Projekte an die Wand – Teil 2

Nun wollt ihr sicherlich wissen, wie das Meeting abgelaufen ist? Klar, beschreibe ich es euch. Ich fange aber hinten an, bei dem Revue-Passieren-Lassen des Teams. Denn spannend war, dass wir zwei völlig konträre Meinungen haben: die einen waren total happy, die anderen total misstrauisch.

Wir als Team waren genau ausgeglichen verteilt in dem Meeting gewesen: 2 Kolleginnen und 2 Kollegen (bzw. ein Kollege und der Projektleiter). Insgesamt waren wir mit der Geschäftsleitung dann zu sechst.

Die beiden männlichen Kollegen waren total happy nach dem Meeting; wir beiden Kolleginnen, waren da nicht ganz so euphorisch. Bei der Diskussion kam heraus, dass das Ergebnis durch den Beobachtungsfokus beeinflusst wurde: Auf der Sachebene haben wir viel erreicht: Wir sollen unsere Punkte, die wir im Projekt für das Scheitern sehen, aufbereiten aber auch unsere Ideen, wie wir das Projekt wieder in die Bahnen lenken wollen.

Wenn man das Meeting von der zwischenmenschlichen Ebene betrachtete, konnten Machtspiele und Respektlosigkeit beobachtet werden. Ich beschreibe einfach mal: Eingeleitet wurden das Meeting schon von einem unserer Geschäftsführer: Wir haben eingeladen. Dabei hatte das Team eigentlich um das Meeting gebeten. Während wir unsere Punkte vorstellten, kam ein „Das wissen wir doch schon alles!“, „aber schön, dass Sie es so klar dargestellt haben.“ -wobei bei dem Wort Sie nicht ins Team geschaut wurde, sondern ausschliesslich unsere männlichen Kollegen. Während unser Projektleiter sprach, wurde von der Geschäftsleitung demonstrativ auf die Uhr geschaut. Meiner Kollegin, die eine Frage der Geschäftsleitung beantwortete, wurde über den Mund gefahren und gesagt: „Um die Frage [des Geschäftsführer] zu beantworten…“ Ihr seht es waren sehr subtile Dinge, die den Respekt gegenüber dem Team vermissen liessen. Damit suggeriert es mir, dass nicht wirklich etwas passieren wird; aber ihr kennt mich, ich beobachte es weiter. Vielleicht werde ich ja positiv überrascht.

Meine Frage, ob wir intern nun die Symptome des Gesamtprojekts zeigen oder eigentlich von uns die Symptome nach aussen ins Gesamtprojekt tragen, kann damit immer noch nicht beantwortet werden. Eigentlich stimmt es mich, als ob letzteres passiert.

Aber ich muss gestehen, dass ich nun relativ entspannt bin; egal was dabei herauskommt, es interessiert mich nicht nur noch das Ergebnis. Denn ich habe nun endlich mein Herzensthema oder Berufung? gefunden und weiss, dass ich auch hier nicht alt werde. Irgendwas wird sich bestimmt daraus ergeben. Aber nun erstmal einen Schritt nach dem anderen. Zunächst möchte ich mein These belegen oder eben widerlegen, wenn es denn nicht stimmt. Ich werde euch beim nächsten Mal mehr erzählen. Bis dahin, eine schöne Woche.

 

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