Beginn einer Forschungsreise

„Wer seiner Führungsrolle gerecht werden will, muss genug Vernunft besitzen, um die Aufgaben den richtigen Leuten zu übertragen, und genügend Selbstdisziplin, um ihnen nicht ins Handwerk zu pfuschen.“  (Theodore Roosevelt)

Ich habe Euch beim letzten Mal gesagt, dass ich nun doch gerne wieder forschen möchte, weil ich mein Herzensthema gefunden habe. Ich sehe nun, dass dieses berufliche Mich-im-Kreisdrehen, durchaus jetzt Sinn macht. Ich habe gesehen, dass fachliche und methodische Kompetenz zwar immer gefordert ist, wenn man aufgrund dessen aber eingestellt wird, nicht ein Garant dafür ist, glücklich im Job zu werden.

Ich bin der Überzeugung, dass wir wegkommen müssen, von dem Denken, dass wir wie Maschinen, einfach Fach- und Methodenkompetenzen und vielleicht noch so etwas wie Teamfähigkeit mitbringen müssen, um einen Job auszufüllen. Möglicherweise ist es genau umgekehrt: Der Mensch muss als Mensch wahrgenommen werden und als Mensch eingestellt werden. Das fehlende fachliche und methodische Wissen, kann man, wenn Interesse dafür da ist, relativ schnell angeeignet werden.

Das kann man wunderbar am Thema Projektmanagement sehen. Ich habe früher die Begriffe Projektleitung und Projektmanagement gemischt. Heute weiss ich, dass ein Projektmanager nicht unbedingt ein Projektleiter ist: Entweder ich leite mein Projekt und führe damit mit meiner persönlichen und sozialen Kompetenz oder ich bin Manager und verwalte das Projekt und meine Menschen.

Im Projektmanagement sind die Projektmanagement-Methoden auch wichtig. Eine Methode bezeichnet eine Art und Weise, in welcher spezifische Werkzeuge (wie etwa Risikomanagement, Änderungsmanagement, Stakeholdermanagement, Anforderungsmanagement) eingesetzt werden, um ein Ziel zu erreichen. Ich meine irgendwo mal die Zahl 26 für Prince2 gelesen zu haben, die einem das Gefühl geben können, dass wenn man die Methoden mit den vielen Werkzeugen kennt, dass man Projekte managen kann. Aber dann kann jeder, wenn er einen Hammer hat hat, auch Steinmetz sein. Nun würdet Ihr mir wahrscheinlich verneinen, denn ein wichtiges Detail wird nun deutlich: Was nützt mir das beste Werkzeug, wenn ich kein Gespür für den Stein habe, den ich bearbeiten möchte, das Ergebnis nicht im Kopf habe und kein Vertrauen in mir selbst habe? Genauso verhält es sich mit dem Projektmanagement: Was nützt mir das beste Werkzeug, wenn ich kein Gespür für Menschen habe, um sie zu motivieren, zu begeistern und zu führen? Und das Vertrauen auch habe, dass ich sie zu einem Ziel führen kann?

Aber wenn man kein Vertrauen hat, dann hat man Angst, braucht Sicherheit und die erhalte ich durch Kontrolle. Das Beherrschen einer Methode und mit seinen vielen Werkzeugen suggeriert mir, dass ich Kontrolle, damit Sicherheit erhalte.

Damit möchte ich nicht sagen, dass ein Steinmetz und Projektleiter keine Methoden/Werkzeuge nutzt, aber er nutzt sie intuitiv. Er weiss genau, wann er welches Werkzeug einsetzt, wann die Nutzung Sinn macht. Oft weiss er dann noch nicht einmal, dass es sich hierbei um ein standardisiertes Werkzeug handelt. Die Nutzung des Werkzeugs ist abhängig von der Beschaffenheit des Steins, vom Ziel. Bei Projektleitung ist es genauso: Abhängig vom Ziel und den Menschen, die ich im Team habe, weiss ich, welche Werkzeuge ich wann einzusetzen habe. Es geht aber nicht anders herum: Ich kenne die Methode und die Werkzeuge und dann wird ein Projekt erfolgreich.

Man könnte nun darauf kommen, dass man dieses Vertrauen, wann man welche Werkzeuge nutzt, durch Erfahrung erhält. Und dies wird unter fachliche und methodische Kompetenz eingeordnet. Aber ohne ein Gespür für den Stein bzw. für Menschen zu haben, werden mir alle Methoden nicht helfen, mein Projekt erfolgreich zu leiten.

Ihr kennt sicherlich auch den einen, der zum Projektleiter gemacht wurde, weil er fachlich sehr gut ist. Meistens heisst das nicht unbedingt, dass das Projekt erfolgreich wird. Der Projektleiter kann seine frühere Rolle nicht loslassen und quatscht seinen Team bei allen Entscheidungen rein bzw. entscheidet alles. Da er aber auch nicht weiss, wie man methodisch ein Projekt führt, wird er auf Schulungen geschickt. Im Projekt nutzt er dann die Methoden, aber nicht weil er sie sinnvoll hält, sondern weil er es gelernt hat. Damit ist der Frust aller im Projekt schon vorprogrammiert und damit auch der Erfolg bzw. der Misserfolg des Projekts. Das Projekt gerät schnell in Schieflage. Das wiederum führt dazu, dass das Projekt unter Beobachtung genommen wird, weil der Auftraggeber nun seinem Projektleiter auch nicht mehr das Vertrauen schenkt. Damit verliert der Projektleiter aber auch sein eigenes Vertrauen und kontrolliert sein Team noch mehr. Zudem werden vorher als nicht sinnvoll gesehene Werkzeuge aus dem Werkzeugkasten geholt – Risikomanagement ist ein Parade-Werkzeug, welches dann gerne herausgeholt wird.

Also mein Wunsch ist es, das man den Menschen wieder in seiner Einzigartigkeit sieht und zwar ganzheitlich. Es gibt schöne viele Werkzeuge, die helfen, die fachlichen/methodischen Fähigkeiten abzubilden, wie die Skillmatrix, die Wissenslandkarten. Meine Forschungsaufgabe ist nun ein Modell zu entwickeln/zu nutzen/zu kombinieren, welches Menschen ganzheitlich darstellt mit seinen persönlichen und sozialen Faktoren. Dieses Modell soll dann helfen, dass Menschen an ihren (sinnvollen) Platz kommen und auch sinnvoll geführt werden. Vielleicht finde ich dazu auch ein geeignetes Werkzeug. (Aber natürlich nur für Menschen, die das Talent zum Führen von Menschen haben.) 🙂

Folgendes Vorgehen stelle ich mir vor: Ich glaube, dass jeder Mensch einzigartig ist und eine Menge von Talenten hat. Dementsprechend stehe ich der Idee des Strengths Finder von Gallup positiv gegenüber. Mir fehlen zwar ein paar Talente, wie Kreativität; manche Talente sind auch nicht klar voneinander abzugrenzen, aber es könnte zumindest eine gute Diskussionsgrundlage sein. Das Human Design zeigt die Einzigartigkeit und Talente eines Menschen. Meine erste Forschungsfrage, die ich beantworten möchte (von gefühlten 15, die ich jetzt gerade im Kopf habe): lässt sich ein Zusammenhang zwischen diesen beiden Modellen herstellen?

Wenn Ihr möchtet, könnt Ihr mich bei der Reise zur Beantwortung der Forschungsfrage begleiten. Vielleicht habt Ihr ja eine gute Idee usw. Ich nehme euch gerne mit auf die Forschungsreise. Mal sehen, wohin die Reise führen wird.

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