Glaubenssätze

„Glauben heißt nicht wissen.“ (Wilhelm Weitling)

Mein Bestreben ist es, dass alle Mitarbeiter glücklich an ihrem Arbeitsplatz sind. Aber ist das, was ich unter Glück am Arbeitsplatz verstehe, das Gleiche, was andere unter Glück verstehen? Höchstwahrscheinlich nicht. Viele sind vielleicht glücklich so wie die Organisation ist, ansonsten würden sie nicht dort sein.

Ich erinnere mich noch an ein Gespräch mit einem Kollegen: Wir haben uns über interne Prozesse unterhalten. Dabei habe ich mich beschwert, dass ein Prozess, an dem jeder in der Unternehmung teilnimmt, von einer Person neu ausgedacht und uns vorgeschrieben wurde. Anstatt, dass die Mitarbeiter befragt wurde, was man besser machen könnte. (Ich war also wieder bei meinen Wunsche Mitgestalten zu wollen.) Der Kollege zuckte nur die Achseln und meinte, „mir ist es ganz recht, das die das vorgeben, dann brauche ich mir über so etwas keine Gedanken zu machen.“ (Also er will definitiv nicht-mitgestalten.)

Das Hierarchische musste sich auch erstmal mit der Zeit aufbauen. Damit sind viele erstmal glücklich. Laut Medien fangen jüngere Generationen an, dass sie mehr mitbestimmen möchten. Aber muss eine Organisation sich gleich sofort ändern?

Wie viele Glaubenssätze basieren auf dem hierarchischen System? Wie viele Glaubenssätze stecken dahinter, dass nur mit Kontrolle Menschen zum Arbeiten zu kriegen sind? Diese vielen vielen Glaubenssätze müssen sich erstmal bewusst gemacht werden und dann möglicherweise aufgelöst werden. Und das braucht eben Zeit. Wie bei der Emanzipation. Wie lange und damit wie tief stecken die alten Glaubenssätze über Frauen in uns (auch übrigens in uns Frauen)?

Glaubenssätze sind zum Teil so tief in uns verankert, dass es viel Zeit braucht, um diese  uns bewusst zu machen und damit auch die Chance zu haben, sie zu ändern. Glaubenssätze geben ein Gefühl von Sicherheit, sind Überzeugungen, die uns Halt geben. Sie sind über Jahre gewachsen und durch unsere Umgebung werden sie immer wieder bestätigt. Bestätigt werden diese auch nur, weil ich die Dinge auch nur aus meiner Perspektive sehe.

Aber wie der Name es bereits sagt, sie basieren auf Glauben nicht auf Wahrheiten. Es braucht bevor es zu einer Änderung von Glaubenssätze kommen kann, erstmal das Bewusstsein, dass es sich um einen Glaubenssatz handelt. Unter zeitzuleben.de sind mehrere Tipps zum Erkennen von Glaubenssätze ausführlich beschrieben worden. Typische Glaubenssätze fangen übrigens immer mit „Man muss“ an. Eine schöne Frage, wenn jemand solch einen Satz sagt, ist: Wer sagt das? Dann sind viele Menschen irritiert. Probiert es mal aus.

Da man sich Silvester immer etwas vornehmen muss (Achtung Glaubenssatz ;)), nehme ich mir vor folgendes vor: loslassen. Ich muss andere nicht mehr mit meiner Vorstellung vom glücklich sein bei der Arbeit überzeugen. Erst, wenn ich sehe, die Organisation möchte sich ändern, dann bin ich definitiv gerne Teil davon. Aber bis zum Wunsch sich zu ändern, braucht es Zeit. Ich helfe gerne und immer wieder, alte Glaubenssätze zu überdenken (und überdenke meine. :))

Ich wünsche Euch allen schöne Weihnachten!


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