Vor ein paar Tagen habe ich mein LinkedIn-Profil überarbeitet. Eigentlich wollte ich nur ein paar Texte anpassen. Stattdessen habe ich fast alle meine bisherigen Beiträge gelöscht. Nicht weil sie schlecht waren, sondern weil ich beim Lesen merkte: Sie passen nicht mehr zu der Art, wie ich heute über Veränderung denke.
Während ich mich fragte, warum sie nicht mehr zu mir passten, entstand plötzlich ein Satz: „Nachhaltige Veränderung beginnt mit dem Mut, innezuhalten.“
Je länger ich ihn betrachtete, desto mehr fragte ich mich, warum mich ausgerechnet dieser Satz so berührt. Eigentlich ist er keine grosse Erkenntnis. Natürlich wissen wir alle, dass es manchmal sinnvoll ist, kurz innezuhalten. Und trotzdem fällt es uns erstaunlich schwer.
Wir leben in einer Zeit, in der Geschwindigkeit oft als Stärke gilt. Wir möchten Entscheidungen treffen, Lösungen entwickeln, Projekte voranbringen und Veränderungen umsetzen. Wer innehält, läuft schnell Gefahr, als zögerlich oder unsicher wahrgenommen zu werden. Vielleicht ist genau das der Grund, warum wir so oft direkt nach Lösungen suchen.
Beim Lesen meiner alten Beiträge wurde mir etwas bewusst. Sie präsentierten Lösungen oder Ideen. Aber ist es das, was meine Leser wirklich brauchen? Und ist es das, was ich heute noch bewirken möchte?
Meine Stärke liegt heute an einer anderen Stelle. Nicht darin, möglichst schnell Antworten zu liefern, sondern darin, den Mut zu haben, innezuhalten und Fragen zu stellen, die Orientierung schaffen.
Vielleicht dauert dieses Innehalten nur wenige Minuten.
Und vielleicht verändert es gerade deshalb den gesamten weiteren Weg.
So unspektakulär dieser Satz auch klingen mag: Für mich beschreibt er etwas, das in einer Zeit permanenter Beschleunigung leicht verloren geht – den Mut, nicht sofort nach Antworten zu suchen, sondern sich zuerst zu fragen, worum es eigentlich geht.
Wann hast du zuletzt bewusst innegehalten, bevor du den nächsten Schritt getan hast?

