Orientierungsbereich: Strategie

Entscheidung klären, wenn Kopf und Körper nicht dasselbe sagen

Vielleicht stehen Sie vor einer Entscheidung, die rational gut begründbar ist und dennoch innerlich Unruhe erzeugt.

Ihr Verstand argumentiert klar.
Ihr Körper reagiert anders.

Diese Übung bringt beide Ebenen miteinander in Kontakt, ohne dass Sie sich sofort entscheiden müssen. Sie schafft Orientierung, nicht Abschluss. Und genau das ist in strategischen Fragen oft der entscheidende Schritt.

Klare Entscheidungen entstehen wenn Körper und Verstand im Einklang sind.
Klare Entscheidungen entstehen wenn Körper und Verstand im Einklang sind.

Wozu diese Übung dient

Strategische Entscheidungen entstehen selten allein durch Analyse. Sie werden tragfähig, wenn rationale Überlegungen und körperliche Resonanz miteinander in Beziehung treten.

Diese Übung hilft Ihnen,

  • unterschiedliche Entscheidungsoptionen gleichwertig zu betrachten,
  • die körperliche Reaktion auf jede Option wahrzunehmen,
  • und innere Signale ernst zu nehmen, ohne sie sofort bewerten zu müssen.

Nicht um eine Entscheidung zu erzwingen. Sondern um Entscheidungsklarheit aufzubauen.

Wie Sie mit dieser Übung arbeiten können

  • 1

    Formulieren Sie Ihre Optionen
    Schreiben Sie jede Entscheidungsoption auf einen eigenen Zettel. Geben Sie jeder Möglichkeit bewusst Raum - auch jenen, die Sie innerlich vielleicht bereits ausgeschlossen haben.

  • 2

    Zettel verdeckt auslegen
    Drehen Sie die Zettel um, sodass der Text nicht mehr sichtbar ist.
    Mischen Sie sie und legen Sie sie verdeckt vor sich auf den Boden oder im Raum aus.

    So begegnen Sie jeder Option, ohne sie gedanklich einzuordnen.

  • 3

    Körperlich wahrnehmen
    Stellen Sie sich nacheinander auf jeden Zettel.
    Sie wissen nicht, welche Option darunterliegt. Das ist gewollt.

    Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Ihren Körper:

    • Verändert sich Ihre Haltung?
    • Entsteht Spannung, Weite, Widerstand oder Ruhe?
    • Gibt es einen Impuls, zu bleiben oder wegzugehen?

    Nehmen Sie wahr, ohne zu interpretieren.
    Wenn Sie möchten, halten Sie Ihre Beobachtungen schriftlich fest.

  • 4

    Zuordnen und nachspüren
    Drehen Sie nun alle Zettel um. Sie sehen jetzt, welche Option welche körperliche Reaktion ausgelöst hat.

    Spüren Sie nach:

    • Was hat Sie überrascht?
    • Welche Reaktion war besonders deutlich?
    • Welche Option fühlt sich stimmig an - auch wenn Sie sie noch nicht wählen?

    Fragen Sie sich ebenso:

    • Was braucht Ihr Körper, um gehört zu werden?
    • Was braucht Ihr Verstand, um Sicherheit zu gewinnen?

Einordnung

Diese Übung ersetzt keine Analyse.
Sie ergänzt sie um eine Dimension, die in strategischen Entscheidungen oft übergangen wird: die körperliche Intelligenz.

Entscheidungsklarheit entsteht dort, wo beide Ebenen miteinander arbeiten.

Zusatzinformationen

Geeignet für

Ideal für:

✅ viele Optionen hast, aber keine Entscheidung treffen kannst
✅ dein Körpergefühl mit einbeziehen möchtest, nicht nur den Verstand
✅ offen für Neues bist und dich auf etwas Ungewohntes einlassen kannst

Nicht geeignet für:

❌ Wenn du deinem Körpergefühl nicht vertraust oder es nicht wahrnehmen kannst
❌ Wenn du ungeduldig wirst. Die Übung entfaltet ihre Wirkung oft erst nach der dritten Karte
❌ Wenn du schnelle Entscheidungen brauchst. Hier geht es um ein inneres Erspüren, nicht um Effizienz

Warum funktioniert es?

Ehrlich gesagt: Ich weiss es nicht genau.

Ich habe die Übung selbst in einem Coaching erlebt. Erst war ich skeptisch, fast schon ein bisschen genervt. Was soll das bringen, wenn ich auf einem Zettel stehe, den ich nicht sehen kann?

Aber dann, nach und nach, kam das Spüren. Die Unterschiede. Das Zögern. Der Impuls.

Heute nutze ich die Übung regelmässig – für mich selbst und für Klient:innen. Sie ist so einfach, dass sie fast naiv wirkt. Und doch so kraftvoll, wenn man sich darauf einlässt.

Tipp: Manchmal hilft es enorm, wenn jemand zuschaut. Denn diese Person sieht deine Körperhaltung: das Einsinken, das Wachsen, das Zögern, das klare Ja.
Und wenn du allein bist, hilft ein Spiegel. Aber Achtung: ohne Urteil. Nicht leicht. Aber möglich.

Persönliche Erfahrung

Ich bin immer wieder überrascht, was sich zeigt. Manchmal wird eine Option, die ich innerlich längst ausgeschlossen hatte, plötzlich spürbar richtig. Und manchmal entlarvt sich ein scheinbar logischer Weg als reine Kopfentscheidung - ohne Herz.

Die Übung hilft mir, wieder ganz bei mir anzukommen - nicht im Pro und Contra, sondern im Körpergefühl.

Verortet im KAMPINADA®-Kompass

Ziel

Identität

Strategie

Handeln