Orientierungsbereich: Strategie
Was sagt mir mein Körper zu dieser Entscheidung?
Eine Gedankenreise, um schwierige Entscheidungen auf eine andere Weise zu erkunden.
Manche Entscheidungen erscheinen logisch. Und trotzdem bleibt ein Gefühl von Unruhe.
Manchmal fühlt sich eine Möglichkeit stimmig an, obwohl unser Verstand gute Gegenargumente findet.
Doch was geschieht, wenn wir für einen Moment gar nicht wissen, welche Möglichkeit wir gerade vor uns haben?
Diese Gedankenreise lädt dich ein, deine körperlichen Reaktionen wahrzunehmen, ohne sie sofort mit einer bestimmten Entscheidung zu verbinden.
Vielleicht überrascht dich, was du dabei erlebst.
Nicht, um die richtige Entscheidung zu finden, sondern um eine weitere Perspektive auf deine Möglichkeiten zu entdecken.

Die Übung
01
Deine Möglichkeiten aufschreiben
Schreibe jede Möglichkeit auf einen eigenen Zettel.
Vielleicht gibt es auch eine Option, die du bisher kaum in Betracht gezogen hast.
Nimm dir für jeden Zettel einen Moment Zeit.
02
Die Möglichkeiten verdecken
Drehe alle Zettel um, sodass du nicht mehr lesen kannst, was darauf steht.
Mische sie und lege sie mit etwas Abstand auf den Boden.
Du solltest jetzt nicht mehr wissen, welche Möglichkeit unter welchem Zettel liegt.
03
Wahrnehmen, was geschieht
Stelle dich auf einen der verdeckten Zettel. Bleibe einen Moment stehen.
Du musst nichts Bestimmtes fühlen und nichts herausfinden.
Richte deine Aufmerksamkeit einfach auf das, was du gerade wahrnimmst.
Vielleicht helfen dir diese Fragen:
- Was nehme ich in meinem Körper wahr?
- Verändert sich etwas an meiner Haltung oder Atmung?
- Spüre ich Ruhe, Spannung, Leichtigkeit oder etwas ganz anderes?
- Entsteht ein Impuls, zu bleiben oder weiterzugehen?
Versuche nicht, deine Empfindungen sofort zu erklären.
Gehe anschliessend zum nächsten Zettel und wiederhole die Übung.
Nimm dir zwischen den Zetteln jeweils einen kurzen Moment Zeit.
04
Das Verborgene sichtbar machen
Wenn du alle Zettel erkundet hast, drehe sie um.
Schau, welche Möglichkeit unter welchem Zettel lag.
Vielleicht überrascht dich die Zuordnung.
Vielleicht erkennst du einen Zusammenhang, den du nicht erwartet hast.
Vielleicht kannst du deine Empfindungen auch gar nicht einordnen.
Frag dich:
- Was überrascht mich?
- Welche Reaktion ist mir besonders in Erinnerung geblieben?
- Was löst es in mir aus, jetzt die jeweilige Möglichkeit zu kennen?
- Welche Bedeutung gebe ich dieser Erfahrung?
- Hat sich etwas an meinem Blick auf meine Möglichkeiten verändert?
Du musst nicht wissen, weshalb du etwas empfunden hast.
Und du musst aus dieser Erfahrung noch keine Entscheidung ableiten.
Wenn dich eine Reaktion besonders beschäftigt
Vielleicht hast du Angst, Unruhe oder Widerstand gespürt. Vielleicht aber auch Freude, Ruhe oder Erleichterung.
Wenn du möchtest, bleibe noch einen Moment bei dieser Empfindung.
Frag dich:
- Woran erinnert mich dieses Gefühl?
- Habe ich etwas Ähnliches schon einmal erlebt?
- Welche Erfahrung oder Erwartung könnte mit meiner Reaktion verbunden sein?
- Hat diese Erfahrung etwas mit meiner heutigen Situation zu tun?
Vielleicht entdeckst du einen Zusammenhang.
Vielleicht bleibt offen, woher deine Empfindung kommt.
Du musst nichts erklären oder eine bestimmte Erfahrung finden. Es genügt, neugierig zu bleiben.
05
Deine Wahrnehmungen zusammenbringen
Betrachte deine Möglichkeiten noch einmal.
- Was sagt dir dein Verstand?
- Welche Gedanken, Wünsche oder Bedenken begleiten deine Entscheidung?
- Und was möchtest du aus dieser ungewöhnlichen Erfahrung mitnehmen?
Vielleicht hat sich etwas verändert.
Vielleicht ist eine neue Frage entstanden.
Vielleicht bist du einfach neugieriger auf eine deiner Möglichkeiten geworden.
Auch das kann wertvoll sein.
Ein Gedanke zum Mitnehmen
Nicht jede Empfindung lässt sich erklären. Und nicht jede körperliche Reaktion ist ein Hinweis darauf, welche Entscheidung die richtige ist.
Doch manchmal entdecken wir etwas Interessantes, wenn wir unsere gewohnten Überlegungen für einen Moment beiseitelassen.
Diese Gedankenreise lädt dich ein, solche Beobachtungen ernst zu nehmen, ohne sie als Gewissheit zu betrachten.
Deine Entscheidung bleibt deine Entscheidung.
Was du erlebt hast, kann eine weitere Perspektive sein - neben deinen Wünschen, deinen Überlegungen und den tatsächlichen Möglichkeiten, die dir offenstehen.
Zurück zu deinem Kompass
Nimm das, was du gerade erkannt oder beobachtet hast, mit zurück in deinen Kompass.
Was verändert diese Erkenntnis an deinem Verständnis von Ziel, Identität, Strategie oder Wirkung?

