Orientierungsbereich: Strategie
Stille halten – präsente Leere
In Momenten von Veränderung entsteht häufig Stille. Sie ist ein Raum, den der andere braucht, um mit Irritation umzugehen. Diese Stille fordert oft auch uns selbst heraus. Oft taucht dann der Impuls auf, sie zu füllen: durch Erklären, Rechtfertigen oder vorschnelles Handeln. Die Veränderung verliert dabei ihre Kraft.
Die Übung stärkt die Fähigkeit, in solchen Momenten bei sich zu bleiben. Sie unterstützt dabei, Präsenz zu halten, ohne sich selbst zu verlassen.
Die Übung ist einfach, direkt und bewusst reduziert. Gerade dadurch wirkt sie.

Wozu diese Übung dient
In Veränderungsprozessen entsteht oft ein Spannungsfeld: Das Alte greift nicht mehr, das Neue ist noch nicht etabliert.
Diese Phase erzeugt Unsicherheit - im Aussen wie im Inneren.
Die Übung hilft dir,
- die entstehende Stille nicht reflexhaft zu füllen,
- inneren Halt zu bewahren, wenn Rückmeldung ausbleibt,
- und in Beziehung zu bleiben, ohne dich zu erklären.
Sie dient nicht der Selbstberuhigung, sondern der Praesenz in Spannung.
Wie Sie mit dieser Übung arbeiten können
- 1
Position einnehmen
Setzen Sie sich vor einen Spiegel.
Stellen Sie einen Timer auf eine Minute.Richten Sie Ihren Blick auf Ihr eigenes Spiegelbild.
- 2
Stille zulassen
Sehen Sie sich direkt in die Augen.
Keine bewusste Mimik, keine Bewegung.Nehmen Sie wahr, was geschieht - ohne darauf zu reagieren.
Wenn Gedanken auftauchen, nehmen Sie sie wahr und schieben Sie sie zur Seite.
Bleiben Sie im Augenkontakt. - 3
Präsenz halten
Mit jeder Sekunde, die Sie bleiben, verstärkt sich Ihr innerer Halt.
Die Stille wird nicht leerer, sondern dichter.Beenden Sie die Übung bewusst.
Einordnung
Diese Übung ist kein Rückzug und keine Machtdemonstration. Sie ist ein strategisches Training für Situationen, in denen Veränderung Irritation erzeugt.
Wer Stille halten kann, ohne sich zu rechtfertigen, bleibt durch innere Klarheit handlungsfähig.
Besonders wirksam ist die Übung, wenn sie regelmäßig geübt wird.

