„Frau Wolff, dann nehmen Sie doch Tabletten.“

Diesen Satz habe ich einmal gehört, als mein Körper mir fast schmerzhaft zeigte, dass ein Projekt nicht tragfähig ist.

Ich lese gerade viele Beiträge über Intuition und KI. Oft heisst es dort: KI liefert Daten, Intuition hilft beim Urteilen, Einordnen, Entscheiden.

Für mich ist Intuition etwas völlig anderes.

Intuition meldet sich vor jeder Analyse. Sie ist körperlich, eine Art Frühwarnsystem, ein Gefühl, das mich nicht loslässt und nur sagt:
„Hier stimmt etwas nicht“ oder „Das trägt nicht“.

Ich habe gelernt, dieses Frühwarnsystem zu unterdrücken, weil ich es selbst nicht verstanden habe und schon gar nicht in Worte fassen konnte. Erst bei der Einführung von Methoden oder Tools wurde mir klar, was mein Körper mir ganz zu Anfang schon zeigen wollte.

Der Satz meines damaligen Teamleiters war der Moment, in dem ich wusste: Dieses System kann diese Form von Wahrnehmung nicht tragen. Und ich kann sie nicht länger ausblenden. Ich habe danach gekündigt.

Und begonnen, meine Intuition ernst zu nehmen.

Heute gehe ich in Räume, in Unternehmen, in Gespräche und spüre oft sehr früh: Hier stimmt etwas nicht.

Dann beginne ich zu beobachten. Ich sehe Inkongruenzen zwischen Worten und Tonfall. Ich nehme Körperspannungen zwischen Menschen wahr. Ich erkenne Muster, bevor sie benannt werden können.

Ich stelle dann Fragen, weil meine Intuition sagt: Hier müssen wir tiefer gehen.

Erst danach beginnt Analyse. Ich nutze dann oft KI, um meine Beobachtungen zu klären, sie zu sortieren und meine eigenen Muster, Erfahrungen und Glaubenssätze bewusst aus der Rechnung zu nehmen.

Intuition ist für mich kein Entscheidungswerkzeug. Sie ist ein Signal. Mehr nicht und auch nicht weniger.

Analyse und damit auch KI helfen mir, dieses Signal zu übersetzen.