Veränderung irritiert. Immer.
Denn wenn etablierte Muster brechen, verliert das System kurz seinen Halt. Rollen wackeln, Erwartungen greifen nicht mehr, Sicherheiten fallen weg. Und wer den ersten Schritt macht, steht in diesem Moment oft allein.
Genau hier scheitern viele Veränderungen. Nicht, weil sie falsch gedacht sind, sondern weil der innere Halt fehlt, sie zu tragen. Wenn der Körper in Alarm geht, übernimmt das alte Muster. Nicht aus Unwillen, sondern aus Schutz. Und dann passiert das, was wir so gut kennen: Man rudert zurück. Die Veränderung verpufft.
Halt entsteht nicht im Kopf. Er entsteht dort, wo wir uns selbst regulieren können, während es unsicher wird.
Atem- und Körperübungen sind keine Lösung für Veränderung. Aber sie können ein Anker sein, um in irritierenden Momenten bei sich zu bleiben – präsent genug, um nicht reflexhaft ins Alte zu kippen.
Ich stelle hier zwei einfache Atemübungen vor, die mir in genau diesen Situationen helfen: wenn Gespräche kippen, Widerstand spürbar wird oder innere Unruhe die Führung übernimmt.
Wichtig ist nicht die Technik. Wichtig ist, sie vorher zu üben, damit sie abrufbar ist, wenn der Halt gebraucht wird.




