Orientierungsbereich: Strategie

Geschäftspartner bewusst auswählen

Zusammenarbeit bewusst gestalten

Die Wahl eines Geschäftspartners ist eine strategische Entscheidung. Sie beeinflusst nicht nur, was wir erreichen, sondern auch, wie wir zusammenarbeiten und welche Wirkung daraus entstehen kann.

Neben fachlichen und wirtschaftlichen Kriterien spielen deshalb auch unsere Erwartungen an die Zusammenarbeit eine wichtige Rolle. Oft bleiben diese Erwartungen unausgesprochen. Entscheidungen entstehen dann aus einem Bauchgefühl – ohne dass später nachvollziehbar ist, worauf dieses Gefühl beruhte.

Dieses Tool unterstützt euch dabei, eure Anforderungen an die Zusammenarbeit bewusst zu erkunden und daraus nachvollziehbare Entscheidungskriterien abzuleiten.

Es geht nicht darum, den besten Geschäftspartner zu finden. Es geht darum, den Partner zu wählen, der zu eurem Vorhaben, eurem Kontext und der Zusammenarbeit passt, die ihr dafür braucht.

Die Auswahl geeigneter Geschäftspartner basiert auch auf Werteabgleich
Die Auswahl geeigneter Geschäftspartner basiert auch auf Werteabgleich

Die Erkundung

  • 1

    Die gewünschte Zusammenarbeit erkunden
    Bevor ihr mögliche Geschäftspartner vergleichen, erkundet zunächst eure eigenen Erwartungen.

    Fragt euch gemeinsam:

    • Welche Art der Zusammenarbeit braucht unser Vorhaben?
    • Was sollte ein Geschäftspartner unbedingt mitbringen?
    • Was möchten wir auf keinen Fall erleben?
    • Welche Erfahrungen aus früheren Projekten möchten wir wiederholen und welche nicht?
    • Wo brauchen wir Führung und Orientierung? Und wo wünschen wir uns Freiraum?
    • Was davon ist für unser Vorhaben tatsächlich notwendig und was ist eher eine persönliche Präferenz?
    • Welche Art der Kommunikation unterstützt uns?
    • Wie möchten wir mit Unsicherheiten oder Veränderungen umgehen?
    • Woran würden wir erkennen, dass die Zusammenarbeit gut funktioniert?

    Fasst eure Erkenntnisse anschliessend in einem Satz zusammen:
    Was brauchen wir für eine Art der Zusammenarbeit?

  • 2

    Entscheidungskriterien ableiten
    Versucht zunächst zu verstehen, bevor Lösungen entwickelt werden.

    Beispielsweise:

    • Führung und Orientierung geben können
    • Unsicherheit aushalten und konstruktiv damit umgehen
    • klar und verständlich kommunizieren
    • kritische Fragen stellen und mitdenken
    • Versucht zunächst zu verstehen, bevor Lösungen entwickelt werden.
    • Strukturiertes  Vorgehen
    • Flexibel auf Veränderungen reagieren
    • Verantwortung übernehmen
    • Partnerschaftlich zusammenarbeiten
    • Transparent mit Risiken und Problemen umgehen
    • Entscheidungen nachvollziehbar begründen
    • Erfahrung gezielt einbringen, ohne Lösungen überzustülpen

    Stellt bei all den Kriterien die Frage: Woran können wir das im Auswahlprozess beobachten?

  • 3

    Die Zusammenarbeit erleben
    Achtet während Gesprächen, Präsentationen oder Workshops nicht nur auf Inhalte, sondern auch auf das gemeinsame Erleben.

    Fragt euch beispielsweise:

    • Passt das Verhalten zu dem, was der Anbieter beschreibt?
    • Werden unsere Fragen aufgenommen und verständlich beantwortet?
    • Gibt die Zusammenarbeit Orientierung oder entsteht Unsicherheit?
    • Entsteht Vertrauen?
    • Erleben wir die Art der Zusammenarbeit, die wir zuvor als wichtig beschrieben haben?
    • Welche unserer Annahmen über diesen Partner bestätigen sich und welche nicht?
    • Was überrascht uns in der Zusammenarbeit?

    Notiert euch konkrete Beobachtungen statt allgemeiner Eindrücke.

Die Reflexion

Zum Abschluss fragt euch gemeinsam:

  • Welcher Geschäftspartner passt unter Berücksichtigung unseres Vorhabens und unserer Entscheidungskriterien am besten zu uns?
  • Welche Beobachtungen und Erfahrungen tragen diese Einschätzung?
  • Können wir unsere Entscheidung auch in zwei Jahren noch nachvollziehbar begründen?

Es geht nicht darum, den besten Geschäftspartner zu finden. Sondern gemeinsam zu verstehen, welche Art der Zusammenarbeit euer Vorhaben braucht und welcher Partner diese am besten unterstützt.

Zurück zu eurem Kompass

Nehmt das, was ihr gerade erkannt oder beobachtet habt, mit zurück in euren Kompass.

Was verändert diese Erkenntnis an eurem Verständnis von Ziel, Identität, Strategie oder Wirkung?

Ziel

Identität

Strategie

Wirkung