Orientierungsbereich: Ziel

Mein Ziel erkunden

Eine Gedankenreise zu deinem Ziel

Diese Gedankenreise ist während eines Vortrags entstanden. Eine Teilnehmerin kam nach der Übung zu mir und sagte:
„Danke. Jetzt weiss ich, dass dieses Ziel gar nicht mein Ziel ist.“

Ich fragte sie, woran sie das gemerkt habe. Sie antwortete: „Als der grosse Fels auf meinem Weg auftauchte, habe ich nicht Frust gespürt. Ich war erleichtert.“

Dieser Satz hat mich berührt.

Denn bis dahin war ich davon ausgegangen, dass Hindernisse uns zeigen, wie wichtig uns ein Ziel ist.
An diesem Tag habe ich etwas Neues gelernt.
Manchmal zeigen sie genau das Gegenteil.
Manchmal wird erst durch ein Hindernis sichtbar, dass wir ein Ziel verfolgen, das gar nicht zu uns gehört.

Seitdem nutze ich diese Gedankenreise, um nicht nur das Ziel zu betrachten, sondern den eigenen Weg dorthin zu erleben.

Lichterfüllter Raum als Sinnbild für innere Orientierung und Zielklärung
Lichterfüllter Raum als Sinnbild für innere Orientierung und Zielklärung

Stelle dir vor...

  • 1

    Am Ziel ankommen

    Schliesse für einen Moment die Augen.
    Stell dir vor, dein Ziel ist bereits erreicht.

    Nimm dir Zeit und bleibe einen Moment in dieser Situation.

    Frag dich:

    • Wie fühle ich mich?
    • Was ist jetzt anders als heute?
    • Was hat sich für mich verändert?

    Versuche nicht, Antworten zu finden. Nimm einfach wahr, was auftaucht.

  • 2

    Zum Anfang zurückkehren

    Nun gehst du gedanklich wieder an den Anfang.

    Dein Ziel liegt vor dir.

    Vielleicht ist es ganz nah.
    Vielleicht weit entfernt.

    Frag dich:

    • Wie wirkt dieses Ziel von hier aus auf mich?
    • Wie gross fühlt sich die Distanz an?
    • Was löst der Gedanke an den Weg in mir aus?
  • 3

    Dem Weg begegnen
    Du beginnst loszugehen.
    Zunächst verläuft der Weg leicht.

    Dann tauchen erste Hindernisse auf.
    Vielleicht kleine Steine.
    Vielleicht ein grosser Fels, der den Weg versperrt.

    Beobachte einfach, was geschieht.

    Frag dich:

    • Was passiert gerade in mir?
    • Möchte ich den Weg weitergehen?
    • Entsteht Widerstand? Ärger? Trotz?
    • Oder vielleicht sogar Erleichterung?

    Es gibt keine richtige oder falsche Reaktion.
    Alles, was auftaucht, ist eine Information.

  • 4

    Wahrnehmen statt bewerten
    Bleibe noch einen Moment bei deiner Reaktion.
    Manchmal zeigt Widerstand, dass uns etwas wirklich wichtig ist.
    Manchmal zeigt Erleichterung, dass wir uns von einem Ziel verabschieden dürfen.
    Beides kann stimmig sein.

  • 5

    Was suche ich eigentlich?
    Zum Abschluss frage dich:

    • Was verspreche ich mir von diesem Ziel?
    • Welches Erleben wünsche ich mir dadurch?
    • Wo gibt es dieses Erleben vielleicht heute schon - unabhängig vom Ziel?

    Bleibe einen Moment bei dem, was auftaucht.
    Vielleicht ist es ein Gedanke.
    Vielleicht ein Gefühl.
    Vielleicht ein Bild.
    Vielleicht einfach nur mehr Klarheit.

Was diese Gedankenreise sichtbar machen kann

Diese Gedankenreise lädt dich ein, deinem Ziel auf eine andere Weise zu begegnen.

Nicht, um zu entscheiden, ob es richtig oder falsch ist, sondern um wahrzunehmen, was auf dem Weg in dir entsteht.
Vielleicht wird dein Ziel dadurch klarer.
Vielleicht verändert sich dein Blick darauf.
Oder du entdeckst, dass du gar nicht das Ziel suchst, sondern das Erleben, das du dir davon versprichst.

Alles, was dabei sichtbar wird, kann eine wertvolle Grundlage für deine nächsten Entscheidungen sein.

Verortet im KAMPINADA®-Kompass

Ziel

Realität

Strategie

Wirkung