Ich hatte vor Kurzem wieder eines dieser Gespräche über KI. Es ging um neue Modelle, Agenten, Prompts und die Frage, welche Werkzeuge Unternehmen künftig einsetzen sollten.
Ich hörte eine Zeit lang zu und fragte dann: „Alles schön und gut. Aber was genau soll KI eigentlich bewirken?“
Denn etwas fällt mir in solchen Gesprächen immer wieder auf: Wir sprechen sehr viel über das Werkzeug. Aber erstaunlich wenig darüber, welche Aufgabe wir eigentlich lösen damit möchten.
Ich brachte die Analogie mit einem Hammer.
Wenn wir ein Bild aufhängen möchten, kaufen wir ja auch nicht einfach den neuesten Hammer. Zuerst überlegen wir, was wir überhaupt erreichen wollen. Danach betrachten wir die Rahmenbedingungen: Wie ist die Wand beschaffen? Wie gross und schwer ist das Bild? Was soll am Ende entstehen?
Vielleicht ist der Hammer am Ende tatsächlich das richtige Werkzeug. Es könnte aber auch ein Akkubohrer oder nur ein Klebehaken sein.
Beim Hammer erscheint es selbstverständlich, dass das Werkzeug zur Aufgabe passen sollte. Bei KI, Methoden oder Frameworks beobachte ich dagegen immer wieder Gespräche, die beim Werkzeug beginnen: Was kann die neue Technologie? Wo können wir sie einsetzen? Welche Möglichkeiten bietet sie?
Daran ist zunächst nichts falsch. Auch ein neues Werkzeug kann uns auf Möglichkeiten bringen, an die wir vorher gar nicht gedacht haben.
Interessant wird für mich deshalb die Verbindung beider Perspektiven: Was kann dieses Werkzeug ermöglichen – und was möchten wir eigentlich erreichen?
Vielleicht lautet die wichtigere Frage dann nicht nur: „Wo können wir KI einsetzen?“
Sondern auch:
„Welches Problem möchten wir eigentlich lösen und welche Wirkung erhoffen wir uns davon?“
Je genauer wir die Situation erkunden, desto besser können wir einschätzen, welche Rolle KI darin spielen könnte. Vielleicht ist sie genau das richtige Werkzeug. Vielleicht nur ein Teil der Lösung. Vielleicht brauchen wir etwas ganz anderes.
KI bleibt dabei ein Werkzeug. Was wir mit ihr machen und welche Wirkung daraus entsteht, hängt auch davon ab, wofür und wie wir sie einsetzen.
Wann hast du das letzte Mal über ein Werkzeug gesprochen, bevor überhaupt klar war, welche Aufgabe damit gelöst werden sollte?
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